„... Die Faszination, die Mylène Farmer hervorruft, hat etwas von einem Kult. Selbst wenn sie versucht warm zu sein, fühlt man, dass sie gefangen von sich selbst ist, wie – Widerwillen- zurückgezogen hinter einer Eisschicht ...“ Amélie Nothomb, Schriftstellerin

Nach 20 Jahren Kariere wird Mylène Farmer heute Schwarze Witwe der französischen Musik genannt und dieser Name wird ihrer Kariere gerecht. Sie spricht über alles was aneckt: unheilvolle Faszinationen, psychische Leiden, gestörte Liebe, Sexualität, Gewalt, Leben und Tod, Finsternis, Reue, Einsamkeit, Poesie, Sensibilität und Melancholie. Geboren wurde Mylène Jeanne Gautier am 12.09.1961 um 5:17 Uhr im kanadischen Pierrefonds, einer kleinen Stadt in der Nähe von Montreal. Ihre Mutter Marguerit Gautier war Sekretärin, ihr Vater Max Gautier eine angesehener Ingenieur für Brücken, Straßen und Staudämme. Als Mylène geboren wurde, hatte sie bereits zwei Geschwister: ihre Schwester Brigitte und ihren großen

Bruder Jean-Loup. 1969 vergrößerte sich die Familie Gautier und Mylène, Brigitte, Jean-Loup bekamen einen kleinen Bruder, Michel. Mylenes Eltern sind Franzosen und waren nur nach Kanada gegangen, da der Vater sich in der Region der Salzseen Kanadas mit der Konstruktion des Staudammes von Manicuagan befasste.

Die einzigen Erinnerungen die Mylène an diese Zeit in Kanada hat sind:

„Der Ahornsirup, eine alberne, aber süße Erinnerung! Der tiefe Schnee, der alles bedeckte; meine erste Schule, die «Ecole Sainte-Marcelline», geführt von Ordens-Schwestern; ein rötliches Eichhörnchen, das mir über den Weg lief, und das ich besorgt in Pflege nahm und in einem Fass auf einem kleinen Boden unterbrachte. Bis zum Alter von 8 Jahren erinnere ich mich praktisch an nichts anderes; man muss sich die Frage stellen, wieso, aber darauf kann ich nicht antworten.”

Nach Abschluss des Staudamm-Projekts kehrten Mylène und ihre Familie nach Frankreich zurück und wohnen ab da in Ville d'Avray, einen Vorort von Paris. Mylène fühlte sich dort sehr unwohl und zieht sich in sich zurück. „Das war damals ein wirklicher Bruch, ein Wendepunkt, ein gewaltiger und unauslöschlicher Schock; mein Verhältnis zu den Menschen war ganz und gar verändert. Kanada ist ein begrenzteres, eingeschränkteres Land, man fühlte sich wie im Winterschlaf, stärker geschützt.” Für Mylène war ihre Kindheit die härteste Periode ihres Lebens, sie stellte sich immer wieder Fragen über ihre Bestimmung, Erscheinung und ihre Beziehung zu äußeren Welt. Durch diesen Zwiespalt in ihr, kam sie in Konflikt und Streit mit den Menschen in ihrer Umgebung.

Sie Selbst beschrieb es so:

Meine Identitätsprobleme rühren damals auch daher, dass ich mein äußeres Ich, meinen Körper, nicht richtig akzeptieren konnte, ich denke, dass ich mich früher gehasst habe.“ Doch all diese Gefühle und Fragen trieben sie immer weiter vorwärts in ihrem Leben.

Mylène Gautier hasste die Schule, war jedoch immer schon eine Stunde vor Anfang der ersten Unterrichtseinheit vor den Toren der katholischen Schule. Sie wollte ihren Vater nicht enttäuschen und strengte sich in allem an, was sie tat, so kann sie auch schon mit sehr jungen Jahren zum Dressurreiten und schaffte es in diesem Sport bis zum Profiniveau. Es war einfacher für die junge Mylène mit Tieren umzugehen als mit den Personen, die um sie waren. Zwei Tage nach dem Beginn des Abschlussjahres am Gymnasium in Paris verlies sie die Schule und machte einen 4 monatigen Theaterkurs bei Daniel Mesguich. Doch schnell merkte Mylène das dieser Kurs ihr nicht viel bringen würde und brach ihn ab, da sie dort kaum bemerkt und wahrgenommen wurde. Zwischen ihrem 18. und 20. Lebensjahr verbrachte Mylène ihre Zeit damit von Casting zu Casting zu gehen, um sich somit über Wasser zu halten. In dieser Zeit begegnete sie Jérôme Dahan.

„Er liebte leidenschaftlich das Schreiben und Komponieren; neben seinem großen schwarzen Klavier habe ich viele Stunden damit verbracht, zu singen und seiner Musik zuzuhören.”

Jerome Dahan machte sie 1983 auch mit ihrem zukünftigen Partner Laurent Boutonnat bekannt mit dem sie noch im gleichen Jahr ihre erste Single „Maman a tort“ aufnahm und 1984 veröffentlichte. Zu dieser Zeit änderte Mylène Gautier ihren Namen in Mylène Farmer zu Ehren der großen amerikanischen 30er und 40er Jahre Schauspielerin Frances Farmer. Frances machte viele Leiden durch in ihrer Kariere und wurde von ihrer Mutter in die Psychiatrie eingewiesen. Dort verfiel sie dem Alkohol und musste Misshandlungen, Vergewaltigungen, Insulin-Schock-Therapien und Lobotomien ertragen. Nach diesen Torturen und der letzten Lobotomie war sie wie verwandelt und starb 1970 an Krebs. Und durch das Annehmen des Namen Farmer wollte Mylène diese Frau, die so viel hat mit machen müssen, ehren.

1985 erschien Mylène Farmers erste selbst geschriebene Single „Plus Grandir (groß werden)“ auf den Markt. Das Lied erzählte von der Angst vor dem Altern und vom Kind zum Erwachsenen heranreifen. Dies war gleichzeitig der Anfang einiger Skandalvideoclips, die in Mylènes Kariere immer wieder auftauchen sollten. In dem Clip zu „Plus Grandir“ ging es um den Tod, Gewalt gegen Kinder und jungen Frauen. Der Clip, der 1986 folgen sollte, übertraf alles bis dahin Bekannte, denn „Libertine“ machte von sich reden. Libertine kann vielseitig Übersetzt werden, wie Freigeist, anders Denkende, oder auch liederliches Frauchenzimmer. Der Clip zu Libertine bestach nicht nur durch den aufreizenden Text, sondern auch durch die Art wie er gemacht wurde. Laurent und Mylène zauberten einen kleinen Film auf die Fernsehbildschirme der Leute. Nach der Auskopplung von Libertine und der letzten Singel "Tristana", zu dem ein herrlicher Clip im Schneewitchen-Stil gezaubert wurde, aus dem Album „Cendres de Lune (Asche des Mondes)“, welches ein sehr finsteres und trauriges Mylène Farmer Album ist, kam 1987 „Sans Contrefacon (ohne Zweifel)“ auf den Markt. Diesmal war sie die erste Künstlerin, die offen über die Probleme ihrer Sexualität und ihrer eigenen sexuellen Ausrichtung sprach.

Dies Tat sie wieder in Form ihres Liedes und des Clips. In dem Selbigen ist sie zunächst nur als eine männlich aussehende Puppe, die von ihrem Puppenspiel über alles geliebt wird, zu sehen. Im Verlauf des Clips wird diese Puppe zu einem Menschen, nämlich Mylène. Doch beide haben nicht viel Zeit miteinander, sie dürfen sich zwar küssen, jedoch wird Mylene nach kurzer Zeit wieder eine Puppe und der Puppenspieler ist verzweifelt.

Das Album „Ainsi soit je ... (so soll es sein/ Amen)“ welches darauf im Jahre 1988 erschien, sollte sich 1,5 Millionen Mal verkaufen. Mit „Pourvu qu'elles soient douces (Vorausgesetzt sie sind Süß)“, der der Nachfolger zu Libertine ist, sprengten Mylène und Laurent alle Rekorde. Der Clip war der teuerste und längste, den es zu dieser Zeit gab. Speziell in diesem Fall kann man sehen, wie weit Mylène Farmers Selbstdarstellung geht und wieder fiel sie auf wegen viel nackter Haut und Gewaltszenen. Die letze Single aus Ainsi soit-je "Sans Logique" war nicht ganz so erfolgreich wie seine Vorgänger, brauchte sich jedoch nicht zu verstecken.

1989 begann die lang erwartete Konzerttournee "En Concert", welche im dämmrigen Zwielicht gehüllt war. Auch auf ihren Konzerten viel Mylène wieder aus allen Konventionen heraus und gestaltete ihr Bühnenbild wie einen Friedhof, welches die Düsternis von Mylène zu dieser Zeit sehr passend darstellt. Die ganze Show war von vorne bis hinten durchgeplant.

Am Anfang des Konzertes öffnet sich ein Tor und lässt das Publikum zu einem Teil von Mylènes Welt werden. Doch am Ende des Konzertes und der Tournee schließt sich dieses Tor wieder und das Geheimnis Mylène Farmer zieht sich wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit in ihre Welt zurück. 1990 erschien dann ihr erstes Live-Album "En concert" und der dazugehörige Konzert-Mitschnittes auf VHS. Aus diesem Grandiosen Konzert wurden 2 Singles ausgekoppelt.
 

2 Jahre hörte man von der hübschen rothaarigen Sängerin nichts mehr, bis sie 1991 mit ihrer grandiosen Single „Dèsenchantèe (ernüchtert)“ in die Öffentlichkeit zurückkehrte. Dieses Lied sollte zu einer Hymne für eine ganze Generation werden und verkaufte sich über 1,8 Millionen Mal. Doch Mylène überraschte nicht nur mit einer neuen Single und einem Album sondern auch mit ihrem Aussehen. Sie schockte ihre Fans mit einer frechen Kurzhaarfrisur und scheinbar mehr Offenheit und Licht in ihrem Album. Doch die Grundstimmung in dem Album „L’Autre (die Anderen)“ blieb weiterhin düster und melancholisch, trotz der hellen Erscheinung des Covers. Weitere Singles aus "L'autre" waren "Regrets" (Bedauern), ein Duett mit J. L. Murat und "Je t'aime mélancolie" (Ich liebe die Melancholie).

Mit „Byond my control“ lieferte Mylène 1992 wieder einen Skandal Clip der nur nach 23 Uhr gespielt wurde, da wieder Gewalt und Sex auftauchten. Doch trotz oder gar wegen der großen Kritik an dem Clip verkaufte sich die Single CD sehr gut.

In den Jahren von "L'autre" schafte es Mylène auch in die deutschen Charts einzug zu halten.Hier in deutschen Landen gelang ihr dies jedoch nicht so erfolgreich wie in ihrem Heimatland Frankreich. So erreichte Sans contrefancon nur Platz 19, Pourvu qu'elles soient douces Platz 87 (beide 1990), Désenchantée Platz 46 (1991) und Je t'aime mélancolie Platz 70 (1992) in den deutschen Single Charts. 1992 passierte dann bis heute leider etwas einzigartiges, Mylène Farmer trat mit ihrem Lied "Je t'aime mélancolie" in der Show "Ein Kessel Buntes" auf. Leider blieb es jedoch wie gesagt der einzigste Auftritt in Deutschland.

Nach dem Mylène Farmer für sich diesen Teil ihres Lebens hinter sich gebracht hatte, ging sie mehr oder weniger in eine Arbeitspause, jedoch nur im musikalischem Sinne. Denn Ende 1994 kam „Giorgino“ mit Mylène Farmer in der Hauptrolle und Laurent Boutonnat als Produzent auf die Kinoleinwand. Der Inhalt des Filmes hat einen starken Bezug zu Frances Farmer und zu Mylène selbst. Jedoch war der Film an den Kinokassen ein Flop mit 60 000 Zuschaunern und wurde schon nach 3 Wochen abgesetzt. Daraufhin floh Mylène regelrecht nach News York, um dem bedrückenden Paris zu entkommen.
  

1996 kam dann nach 2 Jahren Pause ein neues, diesmal sehr rockiges Album von Mylène Farmer auf den Markt. „Anamorphosèe“ war der Titel dieses Album und heißt so viel wie Veränderung. Mylene ist wie verwandelt, es ist alles heller Rockiger und die Clips scheinen auch seichter zu sein. Doch trotzdem ist sie immer noch kritisch in ihren Texten. So wie in ihrer folgenden Single und Clip „California“. In dem Clip geht es um Zwillingsprostituierten, zu einem die normale Prostituierte und zum anderen die ganz normale Frau, gedreht von Abel Farrara (Body Snatcher / Angriff Köperfresser / Fear City). Doch auch der Text nimmt wieder Bezug auf Mylènes eigenen Leben. Es geht zum Beispiel um die Flucht vor Paris, wie sie in LA ankommt und total fasziniert ist von dieser Stadt und doch auch die Schattenseiten an diesem Ort mitbekommt. Mylène selber sagte einmal in einem Interview, dass in California die zwei Gesichter dieser Stadt dargestellt werden, wie sie wirklich sind: nämlich Reichtum und Armut. Weitere Singels aus dem Album „Anamorphosèe“ wurden "XXL", "L'instant X (Der Moment X)" ,"California", "Comme j'ai mal (Wenn es mir schlecht geht)" und "Rever" (Träumen). „Anamorphosèe“ wurde mit mehr als 1 300 000 verkauften Stück wieder super erfolgreich.

 

Noch im gleichen Jahr begann Mylène Farmer ihre 96er Tournee „Live a Bercy“ und zeigte sich diesmal ganz nach den Vorbildern in den USA. Die Show war wieder wie bei ihrer ersten durchgeplant, es gab wieder dauernde Kostümwechsel und doch eins war anders. Alles war hell erleuchtet und überall glitzerte es. Es war ein gigantisches Spektakel und wieder verkaufte Mylène danach ein Live Album, welches sich sehen lassen konnte. Doch nach dieser Bühnen Präsenz wurde es wieder still um sie, genau 3 Jahre.
  

1999 kehrt sie mit einem Paukenschlag zurück auf die Bühne und stellte ihr Album „Innamoramento (sich verlieben)“ vor. Und wieder überzeugte sie mit grandiosen Liedern und Videoclips, die kleinen Filmen gleich kamen, wie „L’ame stram gram“ welcher in China gedreht wurde und wieder Unmengen an Geld kostete.

Doch „L’ame stram gram“ sollte nichts zu dem sein, was darauf kam. „Je te rends ton amoure (Ich geben dir deine liebe zurück)“ sollte der größte Aufhänger in Mylène Farmers Kariere werden. Mylène schreibt alle Texte ihrer Alben selbst und in diesem Fall war es auch nicht anderes, doch übernahm sie bei diesem Lied noch mehr als nur den Text, sie war auch für den ganzen Inhalt und Konzeption des Clips verantwortlich. Dieser wurde jedoch schon vor dem Ausstrahlen im Fernsehen von der CSA (französische Zensurbehörde) verboten und durfte nur Nachts ausgestrahlt werden.

Mylène selber sagt zu diesem Clip: "... es kann eine Liebesgeschichte sein oder eine Geschichte über die Abwendung von Gott. Meine Lieder zu schreiben ist meine Art zu leben." Der Text spricht nicht direkt eine Abwendung von Gott an, aber das CD Cover mit einer Mylène in Kreuzigungspose lässt es erahnen. In dem Clip ist Mylène blind, trägt eine Bibel in Braill-Schrift mit sich und wird von einem geheimnisvollen Mann in eine Kirche verfolgt. Sie tritt unsicher in den Beichtstuhl und nimmt einen Goldenen Ring von ihrem Finger, welcher im Bezug auf Nonnen, die mit Gott verheiratet sind, betrachtet werden kann. Es gibt Kameraeinstellungen, in denen es so aussieht, als währe Mylène hinter Gittern und gefangen. Es fängt an Blut zu fließen, sowohl aus Malen an den Handgelenken, sogenannte Stigmata, wie auch an ihrem Bein, welches man als Entjungferung sehen könnte. In diesem Augenblick greift der unbekannte Mann an und fegt die Bibel weg. Nachdem dies geschah, wird Mylène so etwas wie wiedergeboren und geht mit sicherem Schritt aus die Kirche, welche das Vertrauen in sich selbst darstellen könnte. Dies alles sind aber nur Eigeninterpretationen, wenn Mylène Farmer es nicht selber aufklärt, kann man meist nur vermuten, was sie uns mit ihrer Bildsprache sagen möchte. Auch Singles wie "Souviens-toi du jour (Erinnere dich an den Tag)", "Optimistique-moi (Das leichtlebige Ich)",bei welchen Mylene sowohl Text als auch Musik geschrieben hat und "Innamoramento" schaften sehr gut Chart Paltzierungen in Frankreich.
  

Ende 1999 kehrt sie auf die Konzertbühne zurück mit ihrer „Mylenium Tour“. Sie ist ganze 7 Monate unterwegs und alle Konzerte sind restlos ausverkauft. Bei dieser Tournee war das Bühnenbild diesmal eine über 10 m hohe Isisstatue, welche nach einem Bild von H.R- Giger entworfen wurde. Das Konzept von Licht und Schatten war in dieser Show sehr ausgewogen, nicht wie in den vorangegangenen Konzerten. Doch es gab weiter ständige Kleidungswechsel, welche sich auf mindestens 9 Kostüme ausweiteten. Und wieder machte sie aus dieser Tournee ein Live Album, welches sich mehr als 900.000-mal verkaufte und wieder in 3 verschiedenen CD-Versionen zu haben war. Aus dem Live Album gab es dann wieder eine Single Auskopplungen wie "Dessine-moi un mouton (Zeichne mir ein Schaf)". Geplant war auch die Live Version von "Regrets" wurde jedoch aus unbekannten Gründen doch nicht veröffentlicht.Es gibt nur eine sehr seltene Promo VHS des Live Videos.

Im Sommer 2001 präsentierten Mylène und Laurent das erste Best of Album „Les Mots (die Worte)“ der Öffentlichkeit, welches 30 gesammelte Titel der ganzen Kariere von Mylene beinhaltet.

Und ein weiteres Mal gab es einen Skandal um ihre aufreizenden Fotos, die von manchen als Porno-Chick bezeichnet wurden. Mylene selbst wies dies zurück und wüsste nicht, das Porno je Chick gewesen wäre. Auf dem Album waren zu den schon bekannten Songs auch 3 neue zu hören, „Les Mots (die Worte)“, „C'est une belle journée (Es ist ein schöner Tag)“ und „Pardonne-moi (verzeih mir)“. Die erste Single Auskopplung wurde das gleichnamige Lied zum Album. „Les Mots“ war eine Koproduktion zusammen mit dem bekannten Sänger und Verlobten von Heidi Klum, Seal. Auch in diesem Fall verbuchte Mylène, in dieser Zusammenarbeit wieder einen großen Erfolg. Ihr „Best of“ Album "Les Mots" verkaufte sie mehr als 1,8 Millionen Mal, hielt 6 Wochen lang Platz 1 in den Albums Charts und plazierte ihre Singles wieder in den Top-10.
  

2003 sollte ein etwas ruhigeres Jahr um Mylène Farmer werden, doch überraschte sie ihre Fans, als im April des Jahres ein selbst geschriebenes und illustriertes Buch von ihr in den Läden zu kaufen war. „Lisa-Loup et le Conteur (Lisa-Loup und der Erzähler)“, (Anmerkung: Die komplete Übersetzung findet ihr hier auf der Seite in der Rubrik Les Mots") scheint von illustrierter und typographischer Seite einem Kinderbuch zu gleichen, dies ist es jedoch auf keinen Fall und richtet sich er an Erwachsene.

Einige Monate nach dem erscheinen des Buches produziert sie mit der Gruppe Good Sex Valdes das Lied „You“, in dem Mylène auch selbst eine Gesangspassage übernimmt. Am Ende des Jahres bringt sie, nach viele Gerüchten und Spekulationen, ein Remixes Album auf dem Markt. Auf diesem Album ist das „who is who“ der Remixer Welt versammelt und hat sich einer Gruppe ausgesuchten Werken von Mylène angenommen.
  

Im darauf folgenden Jahr war es im Gegensatz zu den immer wieder auflodernden Gerüchten sehr ruhig um das Duo Mylène und Laurent. Es kamen zwar immer wieder Spekulationen auf, dass es ein neues Album geben soll und am 16. Dezember 2004 wurde dies durch eine Pressekonferenz von Mylène Farmer, Laurent Boutonnat und ihrem Manager Thierry Suc endlich bestätigt.

In dieser Konferenz wurde zudem bekannt gegeben, dass es im Januar 2006 eine Konzertreihe in Paris-Bercy geben wird. Zwei Tage nachdem der Vorverkauf (angemerkt knap13 Monate vor den 13 Konzerten) gestartet hatte, waren schon mehr als hälfte Karten verkauft.
  

2005 soll das Jahr von Mylène Farmer werden.

Anfang März des Jahres veröffentlichte sie ihre neue Single „Fuck them All“ und steigt auf Anhieb in die Radio-Charts ein. Der Clip der in 10 Tagen in Rumänien gedreht wurde überraschte wieder die ganze Fangemeinde und besticht mit einer weitreichenden Symbolik, wie man sie schon vorher von Mylène Farmer kannte.

Des Weiteren legt Universal Music alle alten Alben 2005 der Sängerin in einer Digipack Version noch einmal neu auf.
  

Am Ende des gleichen Monats veranstaltete NRJ France für 250 Mylène Farmer Fans exklusiv vor der Veröffentlichung des neuen Albums „Avant que l’ombre…“ einen Hörabend. Bevor die wartenden Fans nun das Album hören sollten, hielt Mylene Farmer persönlich eine kurze Rede.

Am 4. April 2005 stand nach nun fast 6 Jahren das neue Studioalben in 5 verschiedenen Versionen in den französischen Plattenläden. „Avant que l’ombre…“ stieg bereits in der 1. Woche auf Platz Eins in die Charts ein. Überraschender Weise gab sogar Universal Deutschland eine offizielle Händlerinfo für das Album in Deutschland raus.
 

Nun wurde es einige Zeit wieder etwas ruhiger um Mylene. Erst wieder im Juni/Juli kam sie mit ihrer neuen Single „Q.I.“ an die Öffentlichkeit. Der Clip zu „Q.I.“ wurde diesmal von Benoît Lestang in Budapest/Ungarn gedreht und zeigt Mylene mit einem berühmten spanischen Flamencotänzer. Weiter wird bekannt, dass ihr langjähriger Partner Laurent Boutonnat den Film "Jacquou le Croquant" mit Gaspart Ulliel in der Hauptrolle realisiert. 2006 lief er in den französischen Kinos und ist bereits als DVD erhältlich.

Ein weiteres großes Ereignis sollte im letzten Quartal des Jahres 2005 stattfinden,denn Mitte November steht sie nach langer Fernsehabstinenz tatsächlich mit ihrer neuen Single „Redonne-moi“ in der "Symphonic

Show" auf der Bühne. Doch die Veröffentlichung der Single verzögerte sich immer weiter und so kam es, dass die Veröffentlichung von Clip und Single von Ende 2005 auf Anfang 2006 verschoben wurde. Dennoch fand das Jahr 2005 mit der Bekanntgabe der Nominierung für den NRJ-Award in der Kategorie „beste französischsprachige Sängerin“ und „bestes französischsprachiges Album“ einen schönen Abschluss.

So beglückte Mylène Farmer ihre Fans nun zum Jahresbeginn 2006, kurz vor den anstehenden Konzerten, mit der Ausstrahlung des neuen Videoclips "Redonne-moi" auf diversen Musiksender und überraschte mit einem weiteren Interview im französischen Fernsehen.

Am 13.Januar 2006 war es dann endlich so weit, nach fast 6 Jahren der Abstinenz von der Konzertbühne kehrte Mylène Farmer dorthin zurück und überzeugte mit einer grandiosen Show. Über 220 Leute arbeiteten seit 22.Dezember 2005 am Aufbau und Vorbereitungen in der OSPB Halle.
 

Am 21.01.2006, während eines der Konzerte, wurden zeitgleich in Cannes die NRJ Music Awards vergeben. Und wieder wurden aus den NRJ-Awards Mylène Farmer Awards, diesmal in der Kategorie „bestes französischsprachige Album“ in der sie zum ersten mal gewann.

Doch das sollte für die Ferhsehzuschauer nicht der einzige Höhepunkt sein, denn da Mylène Farmer nicht selbst den Preis in Empfang nehmen konnte, überraschten die Veranstalter das Publikum mit exklusiven Aufnahmen von den Konzerten.

Mylene bedankte sich später herzlich mit diesen Worten:


"Guten Abend... Ich kann heute Abend nicht bei Ihnen sein,  da ich auf der Bühne in Bercy bin.  Und ich wollte sagen, dass ich außergewöhnlicheAugenblicke hier mit meinem Publikum teile. Ich wollte mich auch ganz herzlich für diesen Preis bedanken, der mich sehr berührt, weil er der Preis für das beste Album ist und dieser wirklich wichtig für mich ist. Ich wünsche Ihnen einen sehr schönen Abend, ich grüsse Sie und ich liebe Sie außerordentlich! Vielen Dank!"

Gerührt war nicht nur Mylène, sondern es ging auch ein großer Dank vom OSPB (Omnisports Paris Bercy) an Mylène und Thierry Suc für die wunderschönen 13 "Avant que l'ombre... á Bercy" Konzerte mit 170.000 Zuschauern.

Ende März 2006 kam nun die vierte Single „L’amour n’est rien“, des Albums „Avant que l’ombre...“, auf den französischen Markt und Anfang April der dazugehörige Clip. Der Clip ist sehr einfach gehalten und zeigt nichts außer Mylene wie sie einen „sexy und doch auch lustigen Strip“ für den Zuschauer hinlegt. Es scheint fast als wenn sie diesen Stripp mit ihrem Freund Benoît Di Sabatino ganz alleine gedreht hat. Mylene gibt sich in den Clip offen und vor allem fröhlich und gelassen wie nie. Wie auch schon die Singles davor landet sowohl „L’amour n’est rien“ als auch die letzte Singleauskopplung „Peut-être toi“ des Albums in den Top 10 der französischen Charts und sogar in Belgien und Russland auf Platz 1. Für die letzte Singleauskopplung hat sich Mylene etwas besonders für den Clip aus gedacht, dieser kommt diesmal im Animelook daher. Das Video wurde von dem berühmten Mangakünstler Naoko Kusumi, der auch schon Ghost in the Shell gemacht hat, realisiert.

Nach langen Gerüchten um ein weiteres Duett, welches Mylene vor hatte, bestätigte sich dies und im September 2006 wurde das Duett mit Moby "Slipping away (Crier la vie)" veröffentlicht. Die Single wurde ein Erfolg und auch in Deutschland veröffentlich wo sie doch nicht rechten Fuß fassen konnte.

Nach knapp 11 Monaten warten erschien endlich das lang erwartete vierte Live Album "Avant que l'ombre… à Bercy". Das Album stieg gleich in der ersten Woche auf Platz 1 ein und auch die DVD hält sich bis heute fast ein ¾ Jahr lang in den DVD Charts. Auch aus diesem Live Album wurden wieder 2 Singles ausgekoppelt "Avant que l'ombre… Live", sowie eine Wiederaufnahme und moderner gestaltete Version von "Déshabillez-moi (Zieht mich aus )“, welches sie auch schon 1989 bei „En Concert“ aufführte. Am 5. Dezember folgt auch gleichzeitig das gleichnamige Fotobuch zum Konzert.

Ende 2006 wird dann bekannt, dass Mylene in der französischen Version die Synchronstimme von Selenia in Luc Bessons Animationsfilm "Arthur et les Minimoys" übernehmen wird. Sie ist auch bei der Premiere des Films in Frankreich anwesend zusammen mit ihrem Freund Benoît di Sabatino und ihrer Schwester Brigitte Gautier. Später im Oktober 2007 bekommt sie bei den NRJ Cine Award den Preis für die „Beste Synchronstimme“ für ihre Rolle als Selenia. Anfang 2007 wird der Soundtrack zu Laurents Film Jacquou le croquant“ veröffentlicht auf dem Mylène Farmer den bis dahin unbekannten Song „Devant soi“ beisteuert.

Und ein Gerücht machte Anfang 2007 die Runde, nämlich dass Mylène wieder auf die Kino Leinwand zurückkehren würde. Wenig später wurde bestätigt, dass Sie in dem Film „L’ombre des autres (Schatten der Anderen)“ die Hauptrolle der Tess übernimmt, der von Luc Besson produziert wird. Die Dreharbeiten sollen Anfang 2008 beginnen.

Man dachte, Mylène würde sich nun auf die Dreharbeiten für den Film "L'ombre de autres" vorbereiten. Mitnichten! Sie befand sich wohl eher in einer Phase intensiver Projekte, denn am 15.Juni 2007 sicherte sie sich einen neuen Markennamen: "Lonely Lisa". Zu beachten ist hier, dass sich Mylene einen Markennamen/Zeichen gesichert hat und kein Unternehmen. Vermutet wird, dass die neue Marke vielleicht für Schmuck, Textilien oder Druck Produkte herhalten könnte. Also alles was vielleicht mit Merchandising zu tun hat. Doch ist zu diesem Thema noch nichts weiter bekannt.

Im August 2007 erreichte dann eine weitere schon seit Jahren erwartete Nachricht. Nach 13 Jahren sollte Giorgino nun endlich am 5. Dezember auf DVD erscheinen. Am 3. Dezember wird auch der im Ton überarbeitete Soundtrack mit zwei unbekannten Titel erscheinen.

Es blieb nicht lange ruhig um sie, denn bereits Anfang des Jahres 2008 kamen die Gerüchte um ein Neues Album und eine darauf anschließenden Tour auf. Diverse Albentitel und Daten gingen als Gerüchte durch das französische Netzwerk von Seiten und Foren. Immer lauter wurde auch die Stimme das Mylène Farmer schon Ende 2008 mit ihrem neuen Album zurückkommen soll und dies wurde dann Ende Januar auch von offizieller Seite bestätigt. Im Februar bestätigte sich das zweite große Gerücht, welches tagtäglich die Foren und Seiten beherrschte. Mylène Farmer gibt am 12.09.2009, ihrem Geburtstag, ein Konzert im Stade de France, parallel dazu kündigte man ein Konzert im Stade de Geneve an. Beide Konzerte gingen am 28. März 2008 in den Vorverkauf, zu diesem Zeitpunkt lag der Verkauf noch ca. 18 Monate vor dem eigentlichen Konzert, doch stürmten die Fans die Vorverkaufsstellen und die Internetticketanbieter. Server fielen aus, waren überlastet, selbst an den Verkaufsstellen von Fnac und anderen Anbietern ging nichts mehr. Doch trotz diesem Chaos waren laut NRJ France die Konzerte in ca. 2 Stunden ausverkauft. Daraufhin wurden je ein Zusatzkonzert für Genf und Paris angekündigt und gingen auch hier wenig später in den Verkauf.

Im gleichen Monat überraschte Mylène Farmer nach langem Enthalten wieder mit einem exklusiven Interview (Dieses findet ihr in der Presse Rubrik 2008 hier auf der Seite) in der Paris Match, in dem sie noch mal bestätigte, dass es ein neues Album und eine Tour in den Provinzen geben wird. Näheres zu ihrer kommenden Platte sagt sie nicht, außer:

"... Wenn ich es mit dem letzten Album vergleiche, wird es ohne Zweifel elektronischer werden. Mit allerhand schnelleren Titeln."

In diesem Interview wird ebenso das Geheimnis um den Film „L'ombres des autres“ gelüftet, über dem gesagt wurde, dass er erst mal auf Eis gelegt wurde. Nähere Infos zu diesem Projekt gibt Mylène auch hier:

"Ja, genau. Dieses Projekt liegt mir wirklich am Herzen. Während meines Konzertes in Bercy 2006 habe ich Claude Berri kennengelernt, den ich sehr respektiere. Dieser hat mir vorgeschlagen, die Rolle der Tess zu spielen, die Heldin von „L‘ombres des autres“, einem Roman von Nathalie Rheims. Seitdem hat sich Stéphane Célérier ihm angeschlossen, um den Film zu produzieren. Die Dreharbeiten müssten Ende 2009 starten, direkt nach dem SDF. Ich drücke die Daumen"


Im April lieferten uns dann die belgischen Medien das nächste Konzert, welches am 19. September 2009 im Stade Roi Baudouin in Brüssel statt findet. Am 26. April 2008 wurden dann wieder die Türen der Ticketverkäufer geöffnet und das Chaos ging von vorn los. Menschenmaßen fanden sich



vor den Verkaufsstellen wieder, wie zum Beispiel in Brüssel. Dort standen 1000 Fans und wollten ihre Karten ergattern. Insgesamt ging es etwas ruhiger ab als beim Vorverkauf vom Stade de Geneve und Stade de France, doch schaffte Mylène auch hier einen Rekord in Belgien, denn innerhalb von 1 1/2 Wochen wurden über 30.000 Tickets (Roi Baudouin Stadion hat 50.000 Plätze) verkauft.

So einiges wird uns noch das Jahr 2008 bringen, das neue Album, welches zwischen September und November erscheinen soll und weitere Konzertdaten in den Stadien Frankreichs und in den Hallen der Provinzen…

LibertineFarmer 2008©